Kaum ein Name steht im deutschen Sport so sehr für Höhenflug und Absturz zugleich wie Boris Becker. Der Junge aus Leimen, der mit 17 Jahren Wimbledon eroberte, hat eine finanzielle Achterbahnfahrt hinter sich, die ihresgleichen sucht. Viele fragen sich heute, was von seinem Reichtum geblieben ist.

Nach Haftentlassung, Insolvenz und beendetem Verfahren hat sich seine Lage merklich beruhigt. Nach seiner Haftentlassung 2022 und der Beendigung der Insolvenz 2024 hat sich Boris Becker finanziell stabilisiert, bleibt aber weit unter seinen Glanzzeiten. Wir schauen genau hin, wovon er lebt und wie viel bleibt.

Was ist das Vermögen von Boris Becker heute?

Die Schätzungen gehen auseinander, doch ein Bild lässt sich zeichnen. Das Vermögenmagazin schätzt das Vermögen von Boris Becker auf rund 2 Millionen Euro. Sein Einkommen liegt demnach bei rund einer Million Euro im Jahr. Andere Quellen kalkulieren vorsichtiger.

Manche Portale rechnen den Neustart deutlich zurückhaltender. Das Portal Alle Vermögen etwa nennt in einer Betrachtung nur einen Bruchteil und verweist auf die Belastungen der Vergangenheit. Während seiner Karriere stand er für ein Vermögen von über 100 Millionen Euro, während aktuelle Schätzungen bei etwa 500.000 Euro Nettovermögen liegen.

Der Grund für die großen Unterschiede liegt in der Natur seiner Einnahmen. Ein fester Vertrag lässt sich beziffern, doch Vorträge und einmalige Werbedeals schwanken stark. Zudem ist unklar, wie viel er tatsächlich zurücklegt und welche Verpflichtungen aus der Vergangenheit noch nachwirken.

Womit verdient Boris Becker sein Geld?

Seine heutigen Einkünfte speisen sich fast ausschließlich aus seinem berühmten Namen. Während Boris Becker früher hauptsächlich durch Preisgelder, Turnierprämien und Sponsoringverträge verdiente, setzt er heute vor allem auf mediale Auftritte, Kommentatorenjobs und Beratungstätigkeiten. Das Tennis bleibt sein Fundament.

Als Fernsehexperte ist er ein gefragter Analyst großer Turniere. Er arbeitet für Sender wie Sky, kommentiert Tennisturniere und tritt als Experte bei Talkshows und digitalen Formaten auf. Hinzu kommen Vorträge, Werbekooperationen und mögliche Buchprojekte, die sein Einkommen stabilisieren sollen.

Besonders gefragt ist er als Redner vor Unternehmen und bei Firmenveranstaltungen. Dort berichtet er über Druck, Comeback und mentale Stärke – Themen, die seine eigene Geschichte glaubwürdig macht. Ein einziger solcher Auftritt kann eine hohe fünfstellige Summe einbringen, wenn die Nachfrage stimmt.

Der Podcast mit Andrea Petkovic

Ein neues Standbein hat Becker gemeinsam mit einer alten Bekannten aufgebaut. Am 6. Januar 2025 ging sein neuer Spotify-Podcast mit Kollegin Andrea Petković an den Start. Das Format richtet sich gezielt an Tennisfans jeden Niveaus.

Inhaltlich bleibt er dabei bewusst bei seinem Kerngebiet. Mit dem Podcast konzentriert sich Becker wieder auf seine Wurzeln und empfiehlt sich weiter als Tennis-Experte. Neue Enthüllungen über seine Haftstrafe oder Details zu seinen gescheiterten Ehen dürfen die Zuschauer wohl nicht erwarten.

Die beiden Moderatoren teilen sich dabei mehr als nur ein Mikrofon. Andrea und Boris kommentierten das Finale der ATP Finals gemeinsam bei Sky und nahmen direkt danach in der Arena für den Podcast auf. So verzahnen sich seine verschiedenen Auftritte zu einem stimmigen Ganzen.

Wie viel verdiente Becker als Tennisprofi?

Seine sportlichen Einnahmen können sich bis heute sehen lassen. Als Tennisprofi gewann er 25,08 Millionen US-Dollar an Preisgeldern und liegt damit bis heute in den Top 20 der Tennisspieler mit den höchsten Preisgeldern. Das Preisgeld war jedoch nur ein Teil des Kuchens.

Die Werbeeinnahmen übertrafen die Turniergewinne sogar deutlich. Zusätzlich strömten Sponsorenverträge von Marken wie Puma und Siemens herein, was sein anfängliches Vermögen explodieren ließ. Tatsächlich baute er so ein Nettovermögen von über 100 Millionen Euro auf, inklusive Luxusimmobilien und Geschäftsanteilen.

Sein Aufstieg begann mit einem historischen Triumph als blutjunger Spieler. 1985 trat er in Wimbledon als ungesetzter Spieler an und schockte die Welt mit dem Titelgewinn gegen Kevin Curren. Damit wurde er mit 17 Jahren und 227 Tagen der jüngste männliche Grand-Slam-Sieger der Geschichte.

Wie verlor er sein Vermögen?

Der Absturz vollzog sich über Jahre und aus vielen Richtungen zugleich. Laut Interview-Heute.de verlor Boris Becker sein Vermögen durch eine Kombination aus hohen Lebenshaltungskosten, gescheiterten Investments, Unterhaltsverpflichtungen, einem nicht bezahlten Bankkredit und einem anschließenden britischen Insolvenzverfahren.

Der Anfang vom Ende trug ein konkretes Datum. Am 21. Juni 2017 erklärte eine Richterin in London Becker offiziell für zahlungsunfähig. Die Privatbank Arbuthnot Latham forderte 10,5 Millionen Euro zurück, mit denen er seit 2015 im Rückstand war. Weitere Gläubiger meldeten sich rasch.

Am Ende standen gewaltige Summen im Raum. Insgesamt standen Forderungen von 15 Gläubigern über rund 61 Millionen Euro im Raum. Der Streit gipfelte schließlich in einem aufsehenerregenden Strafprozess vor einem Londoner Gericht.

Haft, Rückkehr und Familie

Das Gerichtsverfahren endete mit einer Verurteilung und einer Gefängnisstrafe. Becker verbüßte nach seinem Urteil vom April 2022 insgesamt rund acht Monate in britischen Gefängnissen – zunächst in Wandsworth, dann in Huntercombe. Im Dezember 2022 wurde er nach Deutschland abgeschoben, wo er seither lebt.

Privat hat sich sein Leben spürbar beruhigt und neu geordnet. Er ist mit Lilian de Carvalho Monteiro verheiratet, das Paar gab sich im September 2024 in Italien das Jawort und bekam eine Tochter namens Zoë Vittoria. Die Kleine kam im November 2025 zur Welt.

Unter dem Strich bleibt eine bemerkenswerte Geschichte über Aufstieg, Fall und Neubeginn. Vom Vermögen jenseits der 100 Millionen ist heute nur noch ein Bruchteil übrig. Dennoch hat Becker nach schwierigen Jahren offenbar einen persönlichen und finanziellen Neustart geschafft und sich ein neues Leben aufgebaut.