Wenn donnerstags am späten Abend im ZDF über die großen Fragen der Politik gestritten wird, sitzt seit vielen Jahren dieselbe Frau in der Mitte: Maybrit Illner. Ihre Gäste kommen aus Regierung, Wirtschaft und Wissenschaft, und sie führt souverän durch jede Debatte.
Doch abseits von Kameras und Talkrunden fragen sich viele Zuschauer, was eine der wichtigsten Stimmen des deutschen Politjournalismus eigentlich verdient. In diesem Beitrag schauen wir auf ihr Einkommen, ihr geschätztes Vermögen und darauf, wie ihr beruflicher Weg überhaupt begann.
Wer ist Maybrit Illner eigentlich?
Maybrit Illner ist eine deutsche Journalistin, Fernsehmoderatorin und Autorin und vor allem als langjährige Gastgeberin der politischen ZDF-Talkshow bekannt. Ihr Name steht heute wie kaum ein anderer für das ernsthafte, direkte Gespräch über die politischen Themen, die das Land gerade beschäftigen.
Geboren als Maybrit Klose in Ost-Berlin, ist sie die Tochter einer Lehrerin und eines Wissenschaftlers, wuchs im Bezirk Friedrichshain auf und legte 1983 ihr Abitur ab. Ihre ostdeutsche Herkunft hat ihren Blick auf Politik und Gesellschaft bis heute merklich geprägt.
Wer ihre Sendungen verfolgt, bemerkt schnell ihren sachlichen, aber bestimmten Stil. Sie lässt Gäste ausreden, hakt jedoch entschieden nach, wenn Antworten ausweichen. Diese Mischung aus Ruhe und Beharrlichkeit hat ihr über die Jahre den Ruf einer besonders fairen, aber unbequemen Gesprächsführerin eingebracht.
So begann ihr Weg in den Journalismus
Nach dem Studium der Journalistik in Leipzig fing Illner keineswegs bei der Politik an. Sie arbeitete zunächst als Sportjournalistin für den Deutschen Fernsehfunk, trug zur Nachrichtensendung Aktuelle Kamera bei und wechselte später in die außenpolitische Redaktion.
Der Wechsel vom Sport zur Politik hatte einen besonderen Grund. Sie erklärte einmal, dass sie am Sport dasselbe faszinierte wie später an der Politik: den Wettstreit, den Kampf um die besten Plätze und um die überzeugendsten Ideen. Der Umbruch von 1989 öffnete ihr diese neue Welt.
1992 wechselte sie zum ZDF und moderierte dort gemeinsam mit Cherno Jobatey das ZDF-Morgenmagazin, dessen Leitung sie 1998 übernahm, bevor ihr 1999 die Leitung der Talkshow Berlin Mitte übertragen wurde. 2007 bekam die Sendung schließlich ihren Namen.
Was verdient Maybrit Illner beim ZDF?
Kommen wir zur zentralen Frage. Laut einer Liste über Honorarvereinbarungen vom März 2023, die der Welt am Sonntag vorlag, soll Maybrit Illner als Polit-Talkerin beim ZDF jährlich 480.000 Euro brutto erhalten. Eine Summe, die im Sender durchaus zur Spitze zählt.
Offiziell bleibt bei diesen Zahlen allerdings Vorsicht geboten. Die Welt am Sonntag veröffentlichte Auszüge aus einer Liste über die Honorar-Vereinbarungen beim ZDF, die direkt von der Intendanz ausgehandelt wurden, doch der öffentlich-rechtliche Sender bestätigte die Gagen aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht.
Rechnet man ihr Honorar auf die einzelnen Ausgaben herunter, ergibt sich ein anschauliches Bild. Berichten zufolge liegt ihr Brutto-Jahresgehalt bei rund 480.000 Euro, während andere Quellen von etwa 11.300 Euro pro Sendung sprechen. Für einen Talk am Donnerstagabend ist das ein beachtlicher Betrag.
Wie sie im Vergleich zu Kollegen dasteht
Innerhalb des Senders liegt Illner mit ihrem Honorar zwar hoch, aber keineswegs an der Spitze. Laut der veröffentlichten Liste soll Markus Lanz mit 1,9 Millionen Euro pro Jahr an erster Stelle stehen, gefolgt von Horst Lichter mit 1,7 Millionen und Oliver Welke mit 1,18 Millionen Euro.
Beim direkten Vergleich der einzelnen Sendungen fällt ihre Position etwas anders aus. Während Sandra Maischberger und Caren Miosga deutlich mehr pro Show erhalten sollen, bildet Maybrit Illner mit rund 11.300 Euro pro Folge in dieser Rechnung das Schlusslicht. Das liegt vor allem an der geringeren Zahl ihrer Ausgaben.
Der Unterschied erklärt sich also weniger durch geringere Wertschätzung als durch das Format selbst. Wer täglich oder mehrfach pro Woche sendet, kommt auf ein höheres Jahreshonorar. Illners Talk läuft dagegen wöchentlich, was die Gesamtsumme über das Jahr betrachtet naturgemäß niedriger ausfallen lässt.
Vermögen, Ehe und mögliche Investitionen
Zum konkreten Vermögen von Maybrit Illner gibt es keine belastbaren, öffentlich bestätigten Zahlen. Verlässliche Quellen wie Forbes führen keine geprüfte Schätzung, und kursierende Angaben stammen meist von Portalen ohne nachvollziehbare Grundlage. Seriös lässt sich daher nur ihr Einkommen als Ausgangspunkt heranziehen.
Geht man von einem Jahreshonorar um 480.000 Euro über mehr als zwei Jahrzehnte beim ZDF aus, ergibt sich rechnerisch ein Vermögen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich als realistisches Schätzmodell. Diese Zahl ist jedoch ausdrücklich eine Hochrechnung und keine bestätigte Angabe aus einer offiziellen Quelle.
Ein Detail aus ihrem Privatleben ist finanziell durchaus bemerkenswert. Am 14. August 2010 heiratete sie René Obermann, den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, auf Schloss Ulrichshusen. Über gemeinsame Investitionen des Paares ist öffentlich allerdings nichts Belastbares bekannt.
Auszeichnungen, Engagement und ihr Stellenwert
Illners Ansehen speist sich nicht allein aus ihrem Einkommen, sondern vor allem aus ihrer journalistischen Bilanz. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter den Deutschen Fernsehpreis, den Bambi und die Goldene Kamera, und engagiert sich als Botschafterin für das Deutsche Rote Kreuz sowie gegen Rechtsextremismus.
Ihre Rolle in politischen Schlüsselmomenten unterstreicht diesen Rang zusätzlich. Sie moderierte das erste TV-Duell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz. Damit bleibt sie eine der einflussreichsten Moderatorinnen, deren Wort in der politischen Debatte des Landes Gewicht hat und weit über den Bildschirm hinaus wirkt.
Ihr Engagement zeigt, dass Illner ihre öffentliche Bekanntheit nicht nur für ihre journalistische Arbeit nutzt, sondern sich auch gesellschaftlich einbringt. Damit verbindet sie eine erfolgreiche Fernsehkarriere mit einem klaren Bewusstsein für soziale und politische Verantwortung.

